Archiv der Kategorie: Aktuelles

Neue Waggons Website

Die neue Website der Waggons am Nordbahnhof ist unter folgender Adresse erreichbar: http://bauzug.net

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WIR ÄNDERN UNSEREN NAMEN !

Ende Februar haben wir entschieden: Der Name unseres Vereins „Umschlagplatz e.V.“ wird geändert. Ab sofort suchen wir einen neuen Namen für unser geplantes Kunst- und Kulturprojekt am Cannstatter Güterbahnhof.

HINTERGRUND
Der Begriff „Umschlagplatz“ ist durch den „Umschlagplatz im Warschauer Ghetto“ historisch belastet: von diesem Ort aus wurden etwa 300 000 Juden und Jüdinnen in den Tod deportiert. Wie schwer diese Belastung wiegt, wurde uns erst im Laufe der näheren Auseinandersetzung mit der Geschichte dieses Ortes bewusst.

Nicht zuletzt die Rede von Marcel Reich-Ranicki anlässlich des Holocaust-Gedenkttages am 27.01.2012 hat gezeigt, wofür der Begriff „Umschlagplatz“ steht und wie er verknüpft werden kann.

Zu dieser ’sprachlichen Vorbelastung‘ gesellt sich eine offensichtliche ‚Vorbelastung der Orte‘: Unsere bisherige Verortung am Stuttgarter Nordbahnhof – dem Ausgangspunkt für die Deportation von über 2500 baden-württembergischen Juden in die KZ’s der Nazis – hat uns sensibilisiert und unsere Entscheidung beeinflusst. Unser Projekt zieht um, aber die Geschichte reist mit. Denn es ist davon auszugehen, dass auch an unserem zukünftigen Projektstandort, dem Cannstatter Güterbahnhof, während des Nationalsozialismus Zwangsarbeiter und –arbeiterinnen eingesetzt wurden. Unser Projekt besetzt damit historische Schauplätze der Entrechtung und Deportation in Stuttgart auf topographischer Ebene. Gleichzeitig ist unser Anliegen umso größer, als geschichtsbewusstes Projekt einer sprachlich und inhaltlich unreflektierten Verknüpfung in Zukunft entgegenzuwirken. Unser Entschluss, den Projektnamen zu ändern, wirft uns organisatorischum Wochen zurück: Corporate Design und Präsentationsmaterialien müssen neu gestaltet, , Amtsgänge und Notarbesuche wiederholt werden. Dennoch halten wir die Namensänderung für den richtigen Weg.

Mit unserer Verweigerung gegenüber dem leichtfertigen Gebrauch des Begriffs „Umschlagplatz“ möchten wir auch zum Ausdruck bringen, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Sie fundieren unsere Gegenwart in einer postnazistischen Einwanderungsgesellschaft. Durch die Umbenennung unseres Vereins möchten wir uns zugleich klar gegen Antisemitismus, Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung positionieren.

Verschiebeaktion der Waggons

KünstlerInnen entwickeln übermenschliche Kräfte !!
Zugwaggons von Hand verschoben !!
Ateliergemeinschaft (vorerst) gerettet!!

Die KünstlerInnen der Ateliergemeinschaft Bauzug 3YG sind immer wieder für eine Überraschung gut: Zuerst sind sie immer noch da, obwohl alle dachten sie seien längst weg! Beim „Reise-nach-Jerusalem-Spiel“ mit den Zugwaggons“ kacken die beiden Konkurenten „Ölwaggon“ und „Hammersmith“ fies ab und fliegen raus. Und das ganze Zinnober mal wieder nur, um spektakuläre Bilder der Aktion zu liefern – selbstverständlich abgefangen von gehackten britischen Überwachungs-Satelliten der Regenbogenpresse. Aus Gründen der Street-Credibility schubsen die KünstlerInnen die Waggons natürlich von Hand und lässig mit links an ihren neuen Standort südlich der Gäubahnbrücke. Dort machen Sie es sich schonmal richtig gemütlich für ein paar weitere Jahre Flower-Power und Easy-Living.

Indessen planen ihre Abkömmlinge und Vasallen munter weiter an der neuen Kunst-Abschussbasis in Cannstatter Wasennähe, die im Sommer vom Bezirksbeirat Bad Cannstatt und dem Stuttgarter Gemeinderat genehmigt wurde und nach der sich die gelangweilten Erdlinge abseits des Neckars schon seit Äonen alle zehn Finger lecken. Mit ihr entsteht ein temporärer und raketenbetriebener Umschlagplatz für transgalaktische Kulturgüter am Standort des alten Güterbahnhofs, welcher nach Ablauf der Halbwertszeit im Neckarparkviertel und nach Verlassen des blauen Planeten einen Kulturkrater in die Umgebung des Stuttgarter Talkessels reißen wird, soviel ist schon jetzt klar.

Umsetztung der Waggons

Planungen der Stadt für den Güterbahnhof irritieren KünstlerInnen


Der Artikel der Stuttgarter Zeitung vom Montag, den 06. Juni 2011 berichtet von den Plänen der Stadtverwaltung und des Gemeinderats, in den nächsten Wochen und Monaten einen neuen Anlauf nehmen zu wollen, „um eine mehrheitsfähige Antwort über die Gestaltung des neuen Stadtquartiers auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs in Bad Cannstatt zu finden.“ Schwung soll in die festgefahrene Debatte kommen – dafür sollen neue und unkonventionelle Konzepte sorgen. Ein solches hat dem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge die Projektentwicklungsgesellschaft Argon zusammen mit der Architektin Sigrid Hintersteininger kürzlich im Rathaus vorgelegt. Es sieht vor, am Cannstatter Güterbahnhof in „aufgepeppten und zum kompakten Wohnmodul umgestalteten Hochseecontainern“ unter anderem Wohnraum für Studenten zu schaffen, kreatives Potential zu bündeln und ein kulturelles Angebot zu platzieren.

Wie neu dieser Nutzungsvorschlag für den Cannstatter Güterbahnhof tatsächlich ist, zeigt eine kurze Suchmaschinen-Abfrage mit den Begriffen „Cannstatter Güterbahnhof“ und „Container“: Bereits seit Anfang des Jahres planen wir ein Kunst- und Kulturprojekt in Überseecontainern am Cannstatter Güterbahnhof, da unsere Waggon-Ateliers am Stuttgarter Nordbahnhof dem Bau des Logistikzentrums für Stuttgart21 weichen müssen. Unser Konzept sieht die Ansiedlung von Atelier- und Veranstaltungsräumen im Rahmen einer containerarchitektonischen Umsetzung vor, Träger und Betreiber soll ein Kunst- und Kulturverein werden, welcher derzeit in Gründung begriffen ist. Die notwendigen Zustimmungen für das Projekt haben wir im März und April in den Ausschüssen des Gemeinderats und beim Bezirksbeirat Bad Cannstatt erwirkt. Ein wichtiger Grund für die Ansiedlung am Cannstatter Güterbahnhof ist unter anderem die besondere Lage am Güterbahnhof, die keine nachbarschutzrechtlichen Probleme erwarten lassen, welche durch den künstlerischen und kulturellen Betrieb im Falle angrenzender Wohnungsbebauung entstehen könnten. Das Entstehen von Wohneinheiten in unmittelbarer Nachbarschaft könnte dieser Grundlage den Boden entziehen.

Mit dem wachsenden Interesse der Öffentlichkeit an unseren Plänen in den letzten Monaten, vervielfachten sich auch die Anfragen von interessierten KünstlerInnen, die sich mit eigenen Konzepten vorstellten um diese in das geplante Kunst- und Kulturprojekt miteinzubringen. Einerseits bedeutet dieser rege Zulauf eine konzeptionelle und personelle Bereicherungen für unser Projekt, andererseits bedeutet er zugleich auch einen verstärkten Bedarf an Organisation und nutzbarer Fläche. In Zusammenarbeit mit dem Architkekturbüro „Plus+ Bauplanung“ und interessierten Neuzugängen haben wir zwischenzeitlich architektonische Grundkonzepte ausgearbeitet, welche einerseits eine große Vielfalt an Bedürfnissen berücksichtigen und andererseits der Geographie und den Besonderheiten des Güterbahnhofs gerecht werden. In einem Monat sollen Bauanträge eingereicht werden.

Eine gegenseitige Beeinflussung aller geplanten Konzepte und Projekte am Güterbahnhof ist, trotz großer verfügbarer Flächen, mehr als wahrscheinlich. Ob diese sich in einer positiven Wechselwirkung oder in einer gegenseitigen Beeinträchtigung äußert, hängt unserer Ansicht nach maßgeblich von der Einbeziehung all jener Parteien ab, welche an der Gestaltung des Neckarpark in den nächsten beiden Jahren beteiligt sein werden. Der Umstand, dass wir von den Plänen aus der Zeitung erfahren haben und unser Bauvorhaben am Güterbahnhof offensichtlich weder bei der Vorstellung im Rathaus, noch in der Berichterstattung der Stuttgarter Zeitung vom Montag erwähnt wurde, lässt derzeit keine Rückschlüsse auf einen sorgfältigen Umgang diesbezüglich zu. Eine Rückfrage im Rathaus brachte leider keine erhellenden Erkenntnisse, beispielsweise zur genaueren Lokalisierung des geplanten Containerdorfs. Dem Anspruch der Stadt, dem Güterbahnhof Leben einzuhauchen, kann nur dann auf verträgliche Weise nachgekommen werden, wenn es allen Protagonisten ermöglicht wird, ihre Konzepte aufeinander abzustimmen.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit der letzten Wochen lag auf der Lokalisierung von Schnittmengen verschiedener vorgestellter Konzepte und deren Einbindung in das bestehende Konzept. In Workshops mit Plus+ Bauplanung wurde zentralen Fragestellungen nachgegangen, wie etwa der Frage nach der Positionierung zukünftiger Arbeits-, Atelier- oder Veranstaltungsbereiche auf dem Areal oder aber der Frage nach der konkreten Gestaltung der Projektbasis, welche in der ersten Bauphase umgesetzt werden wird. Mit dem Ausbau erster Containereinheiten am Güterbahnhof kann voraussichtlich in drei bis vier Monaten begonnen werden.

Kommuniqué des bewaffneten Arms der Waggon-Ateliergemeinschaft zur Annektierung des Jacob17-Areals

Der bewaffnete Arm der Künstler an den Waggons hat sich am heutigen Mittwoch mit einem Kommunique´ an die Öffentlichkeit gewandt:

Der durch den Baustop entfesselte Leerstand am nördlichen Teil des Inneren Nordbahnhofs stellt für uns einen ungenießbaren Zustand dar! Die Annektierung des angrenzenden Jacob17-Areals, dessen Nutzung als Luxus-Sommerresidenz und Nährboden für schnellwachsende Kunstgewächse der explosiven Gattung ist die konsequente praktische Fortführung unseres kunstverkorksten und freizeitorientierten Theorie-Ansatzes. Im Anschluss an die „Vernissage de Creme de la Creme“ am kommenden Samstag (30. April 2011) werden wir deshalb in einer unverschämt ausdauernden Kreativ-Fehde ein Exempel im beispielhaften Auskosten schmackhafter Zwischenmahlzeiten statuieren, bevor wir am Cannstatter Güterbahnhof den vorläufigen Hauptgang kredenzen. Das Kunststoff-Buffet ist eröffnet!

Rückenwind am Nord- und Güterbahnhof

Rückenwind am Nord- und Güterbahnhof:

+ Stadt Stuttgart gibt o.k. für Container-Projektstart am Cannstatter Güterbahnhof +
+ Renovierung Atelierhaus an den Waggons +
+ Drei neue Kunst- und Kulturprojekte in Entstehung begriffen +

Baupunkt

Seit unserem letzten Lebenszeichen ist einige Zeit verstrichen. Doch trotz des Abriss‘ von Lok und Tribüne und den ruhigeren Zeiten, die seither an den Waggons Einzug gehalten habenb, sind wir immer noch da. Und es hat sich einiges getan. Parallel sind viele spannende Prozesse angelaufen und es gibt zahlreiche kleine und große Erfolge zu vermelden. Vor der Vorstellung unseres Konzepts zur Umsetzung eines Kunst – und Kulturareals am Cannstatter Güterbahnhof im Bezirksbeirat Bad Cannstatt haben wir noch gezittert. Zehn Tage später, bei den baden-württembergischen Landtagswahlen, stand die Welt plötzlich Kopf. Die Bedeutung des Wahlergebnisses für Kunst- und Kulturszene am Nordbahnhof wird, zumindest am Nordbahnhof, heiß diskutiert.
Die Energie und Dynamik, die aus der schwierigen Situation der letzten Monate entstanden sind, haben uns selbst überrascht und die vielversprechenden Fortschritte und Erfolge haben uns bestärkt. Ob die Waggons länger bestehen können oder nicht: das Projekt am Güterbahnhof wird auf jeden Fall anlaufen. In den Gemeinderatsausschüssen für „Wirtschaft und Wohnen“ und für „Umwelt und Technik“ konnten wir glaubhaft machen, dass unser Konzept tragfähig und realisierbar ist. Einstimmig haben die Parteien in den Ausschüssen den Projektstart befürwortet und ihre Unterstützung zugesagt. Die tatkräftige Unterstützung zweier Architekten des plus+ Bauplanung“-Büros lässt uns dem herannahenden Parforceritt durch den baurechtlichen Genehmigungsdschungel zuversichtlich entgegenblicken. Und auch bei der Suche nach einem erfahrenen Partner für die wichtige Akquirierung finanzieller Mittel scheint ein Etappenziel in Aussicht, so dass die geplante Spendenkampagne mit der Unterstützung der Stadt Stuttgart bald anlaufen kann. Im Hinblick auf den Stuttgart21-Baustop hat sich die Tonlage am runden Tisch mit Vertretern der Bahn und Stadt ob des fehlenden Zeitdrucks noch weiter entspannt.
Die geplante Umsetzung einiger Waggons in einen anderen Geländebereich wurde bis auf weiteres verschoben, was den KünstlerInnen einen geordneten Rückzug in Richtung ihrer Ausweichmöglichkeiten gestattet. Die Renovierung des an die Waggons angeschlossenen Atelierhauses und die dort entstehenden sieben Ateliers sind Teil dieser Ausweichmöglichkeiten. Mit Mietvertragslaufzeiten bis 2014 bieten sie einigen KünstlerInnen vorrübergehend bezahlbaren und gesicherten Raum für ihre Arbeit. Zusammen mit der zusätzlichen temporären Nutzung des Jacob17-Areals durch einige Waggon-KünstlerInnen haben wir innerhalb von vier Monaten drei neuen Projekten auf die Beine geholfen. Zwei von Ihnen befinden sich bereits in der fortgeschrittenen Ausbauphase befinden. Es erwartet euch und uns also wieder mal ein hochspannender Sommer am Stuttgarter Nordbahnhof.

In eigener Sache:

+ Im Rausch der Ereignisse und im Hinblick auf die voraussichtliche Entstehung neuer Räume wollen wir in Zukunft noch stärker mit interssierten KünstlerInnen und Kulturschaffenden zusammenarbeiten. KünstlerInnen, die sich für das geplane Projekt am Güterbahnhof oder für temporäre Aktivitäten im Rahmen der Bespielung des Jacob17 interessieren, dürfen sich gerne bei uns melden.

+Außerdem sind wir auf der Suche nach einem Anwalt für Vereinsrecht, welcher uns auf dem Weg zur Vereinsgründung ehrenamtlich oder gegen Aufwandsentschädigung unterstützen kann.

+Zur Umsetzung unseres Konzepts für das Containerprojekt am Güterbahnhof Bad Cannstatt benötigen wir Baumaterial und Geld. In Kürze wird deshalb unsere Spendenkampagne anlaufen. Auf dieser Seite wird es dazu bald Neuigkeiten geben.

Ansprechpartner für das Containerprojekt ist anstalts-leitung@yahoo.com
Ansprechpartner für das Jacob17-Areal ist info@yardfestival.com