Warum jetzt doch nicht Zuckerfabrik-Areal?

Die Gründe für den Verzicht auf den Umzug zur Zuckerfabrik

Nach dem neuesten Informationsaustausch zwischen uns, der Ateliergemeinschaft Bauzug 3YG, und dem Baurechtsamt am letzten Freitag hat sich bestätigt, was in den letzten Tagen langsam klar wurde: Das Zuckerfabrik-Areal stellt nicht wie zuvor erhofft, eine Lösung mit kleinen Schönheitsfehlern dar, sondern entpuppt sich zunehmend als aussichtsloses Unterfangen.

Nicht allein die Tatsache, dass für Waggon-Ateliers auf entwidmeten Gleisanlagen Nutzungsbefreiungen erwirkt und Baurechtsanträge gestellt werden müssen und somit durch die anhängigen Fristen einen nahtlosen Umzug vom alten auf das neue Gelände unmöglich machen, hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Auch der Umstand, dass das Zuckerareal ein Refugium für die artengeschützte Zaun- und Mauereidechse ist, müsste durch eine zeitlich unüberschaubare und kostenaufwendige Umsiedlung nach EU-Artenschutzrecht entsprechend geändert werden. Und zwar bevor jegliche Bauarbeiten auf dem neuen Gelände beginnen.
Unsere größte Sorge besteht jedoch im Hinblick auf den Nutzen der aufgewendeten Energie, Kosten und Hoffnungen vor dem Hintergrund der geltenden nachbarschutzrechtlichen Bestimmungen, die strikte Emissionswerte vorgibt. Nach Angaben des Baurechtsamt würden diese allein durch einen verminderten künstlerischen Arbeitsbetrieb mit großer Wahrscheinlichkeit überschritten. Selbst im Falle einer Zustimmung der direkten Angrenzer während des baurechtlichen Verfahrens bliebe deren Recht darauf, Nutzungen unterbinden zu lassen, unberührt.
Nicht zuletzt hat der Bezirksrat Bad Cannstatt den Umzug auf das Gelände mit 13:5 Stimmen abgelehnt.

Die Einschätzung des Sachverständigen beim Baurechtsamt war deutlich: Die reibungslose Umsiedlung und die Gewährleistung des normalen Betriebs nach dem Umzug hält er für „sehr kritisch bis unmöglich“. Unablässig haben wir in den letzten Wochen an Konzepten und Entwürfen für Gelände in Bad Cannstatt gearbeitet. Weder uns, noch der Stadt, noch der Bahn ist jedoch geholfen, wenn der Weg in die Zukunft von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Die absehbaren Schwierigkeiten wiegen zu schwer, die Kosten sind weder für uns, noch für die Stadt, kalkulierbar. Wir haben deshalb am Wochenende entschieden, dass der bisher favorisierte Umzug auf das Areal der Zuckerfabrik nicht stattfinden wird.
Wir sind uns der Tragweite dieses Entschlusses bewusst. Wir hoffen jedoch, einen regressiven Effekt dieser Entscheidung auf die nach wie vor produktiven Verhandlungen zwischen uns, der Bahn und der Stadt abschwächen zu können, indem wir am Ende dieser Ausführungen einen weiteren Standort-Vorschlag in Kombination mit einem zukunftsweisenden Konzept vorlegen.

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3 Antworten zu “Warum jetzt doch nicht Zuckerfabrik-Areal?

  1. Pingback: Aktuelle Informationen zur Situation der Ateliergemeinschaft „Bauzug 3YG“ / Waggons am Nordbahnhof « second take

  2. Pingback: Gablenberger-Klaus-Blog » Blog Archiv » Neues von den Waggons

  3. Hallo Ihr lieben Freunde dort in der Kampfstadt, mit Intersse und etwas Trauer verfolge ich Eure Bemühungen um eine lebenswerte Alternative bezw. Weiterentwicklung eurers wunderbaren Outdoor-Daseines mitten in einer recht unerfreulichen City. Als Vater einer ehemaligen Haupt-Mitstreiterin (Angelika) bin ich natürlich für ein Weiterleben Eures Projektes unfd drücke euch sämtliche Daumen. liebe Grüße , an alle die mich kennen. Michael

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