Konzept: Kultur im Container-Format

Gedanke:

Kultur im Container-Format

Kultur im Containerformat
Ausgangspunkt unserer Überlegungen war der Wunsch nach Erhaltung der geschaffenen Räume, bei gleichzeitiger höherer Flexibilität. Dem steht der Irrtum bezüglich der Mobilität von alten Atelierwaggons gegenüber, die sich zwar prinzipiell bewegen lassen, deren Transport jedoch teuer oder baurechtlich kritisch ist. Die Frage nach einer mobilen Architektur ist nicht neu.

Aktuell ist die Wahrnehmung diesbezüglich von der sogenannten Container-Architektur geprägt, welche vielseitige Möglichkeiten für unterschiedlichste Belange bietet. Mit ISO-genormten Containern sind vergleichsweise kostengünstige, wirtschaftliche, ökologische und baurechtlich weitgehend unproblematische Bauweisen zu realisieren. Vor allem aber würde die Verlagerung der Ateliers und Veranstaltungsflächen aus den Waggons in Container eine gesteigerte Flexibilität in Bezug auf Mietvertragslaufzeiten gewährleisten.

Wieso ISO?
Die Weiterentwicklung zu einer mobilen Container-Ateliergemeinschaft vereint somit einerseits konservative Gesichtspunkte im Sinne der Erhaltung geschaffener Werte. Andererseits erfüllt sie den Anspruch, innovativen Herausforderungen wie der Auseinandersetzung mit niveauvoller, sozialverträglicher Architektur, designorientierten Umsetzungen und der Möglichkeit, einem facettenreichen Kulturbetrieb zu bewerkstelligen, gerecht zu werden.

  • Ein zukünftiger Umzug der Ateliergemeinschaft ließe sich wesentlich schneller und unkomplizierter bewerkstelligen, als es beim Bauzug 3YG jetzt der Fall ist.
  • Zukunftsfähige neue Konzepte sind im Kontext mit Container- und Modulbauweisen wesentlich einfacher umzusetzen und die Erweiterbarkeit und Modularität des Angebots bleiben dauerhaft erhalten – auch bei potenziellen Umzügen.
  • Die Ansprüche und Bedürfnisse der Künstler und Künstlerinnen an räumliche Gegebenheiten lassen sich im Zusammenhang mit der Möglichkeit in die Höhe zu bauen, auch bei einem eventuell geringeren Platzangebot, gut harmonisieren.
  • Der Austausch und die Kooperation mit ähnlichen Projekten wird durch die hohe Mobilität der Container durch ISO-Standardisierung und kostengünstige Transportmöglichkeiten auf Straße, Bahn und Schiff begünstigt.
  • Die Erfüllung statischer Anforderungen im Sinne des baurechtlichen Verfahrens ist bei Containern durch die ISO-Standardisierung vorhanden. Eine rasches Baurechtsverfahren kann dadurch begünstigt werden.
  • Die Möglichkeit, Container mit einer Frist von drei Monaten auch ohne baurechtliches Genehmigungsverfahren zu nutzen, ermöglicht einen nahtlosen Umzug des Bauzugs 3YG. Laut Baurechtsamt, kann die baurechtliche Genehmigung auch erst im Anschluss erteilt werden.
  • ____

    Möglicher Standort: Güterbahnhof Bad Cannstatt

    Geländeplan Güterbahhof

    Quelle: http://www.openstreetmap.org

    Unsere Sondierungen und Anfragen zum Güterbahnhof wurden in den letzten Wochen wiederholt mit dem Verweis auf einen potentiellen, baldigen Baustart und die geplante Verlegung der Benz-Straße abgeschmettert. Die möglichen Mietzeiträume von maximal zwei Jahren am alten Güterbahnhof haben uns in unseren Überlegungen bisher insofern abgeschreckt, dass man den teuren Transport alter, oder den Ausbau neuer Waggons als nicht verhältnismäßig betrachten musste.

    Im Zusammenhang mit dem geschilderten mobilen Container-Konzept sind aber auch am Güterbahnhof Möglichkeiten und Wege zu denkbar, die dem Bauzug ein Vorankommen ermöglicht, ohne für die Stadt (in Hinsicht auf Planungsverfahren) eine Verzögerungsgefahr darzustellen. Eine Mietvertragslaufzeit von zwei Jahren, ist im Kontext von Container-Architektur-Modellen vorstellbar. Nach Ablauf der Anlaufphase wäre für die Container-Ateliergemeinschaft ein Umzug innerhalb oder außerhalb des Areals denkbar, da Kosten und Aufwand hierbei überschaubar bleiben.

    Die Tatsache, dass Flächen auf dem Areal des alten Güterbahnhofs noch bis 2017 vermietet sind, lässt darauf
    schließen, dass bestimmte Flächen auch längerfristig verfügbar sein könnten. Das Flächenangebot ist groß. Der Verlegung der Benz-Straße auszuweichen, dürfte grundsätzlich kein unbezwingbares Hindernis darstellen.

    Ideale Umgebung am Güterbahnhof

    Güterbahnhof heute

    Die Ansiedlung der Container-Ateliergemeinschaft wird im Falle eines Umzugs an den Güterbahnhof das Viertel kulturell und sozial bereichern.

  • Laut Baurechtsamt handelt es sich um die größte freistehende Gewerbefläche in Stuttgart. Lärmschutzrechtliche Probleme sind laut Aussage des Sachverständigen dort nicht zu erwarten.
  • Der Anschluss mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist gegeben, die Erreichbarkeit für die Künstler und Künstlerinnen und das Publikum ist gut.
  • Auch vom Baurechtsamt wurde die prinzipielle Machbarkeit im Sinne baurechtlicher Bestimmungen signalisiert.
  • Vorhandene, angeschlossene Gleisanlagen würden die nachträgliche Mitnahme eines Waggons aus der Bauzug 3YG-Reihe aus nostalgischen Gründen, sozusagen als Wiedererkennungsmerkmal, grundsätzlich ermöglichen, sofern eine Baugenehmigung erteilt wird.
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    Projektskizze
    Erschließung des Geländes
    Die Geländeerschließung am alten Güterbahnhof in Bad Cannstatt dürfte sich im Vergleich zum Zuckerareal als wesentlich kostengünstiger, schneller und unkomplizierter erweisen. Es werden keine kostenaufwendigen, artenschutzrechtliche Maßnahmen nötig sein. Auf teure Wege kann durch die bereits versiegelten Flächen ebenfalls verzichtet werden und der eingeplante Erdwall wird durch veränderte Gegebenheiten hinfällig.

    Notwendige
    Maßnahmen:

    -Wasser / Abwasser
    -Strom
    -evtl. Telefonleitung
    -evtl. Umzäunung und Absperrung zu Gefahrenbereichen

    Die weitaus geringeren Kosten können erst in Zusammenarbeit mit Stadt und Liegenschaftsamt ermittelt werden.

    Geländegröße und mögliche Position

    Die Größe des zu mietenden Geländes könnte sich Schrittweise in drei Phasen aufteilen. Die veranschaulichten Varianten sind lediglich positionsunabhängige Modelle. Am Güterbahnhof kommen unterschiedliche Flächen in Frage. Die von uns favorisierte Fläche liegt am süd-östlichen Zipfel des Güterbahnhofareals in Bad-Cannstatt.

    Phase A: Die Aufbauphase
    Es werden ca. 1000m² für die Grundmodule und eine angemessene Aussenfläche für Arbeiten, Rangieren und Experimentieren benötigt.

    Phase A: kleine Brötchen backen

    Phase B: Die Ausbauphase.
    Die Grundmodule sind ausgebaut, das Projekt ist handlungsfähig und bereit, sich auf den Ausbau der Atelierwerkstätten zu konzentrieren. Hierfür werden dann unter Umständen sukzessive weitere Flächen benötigt.

    Phase B: Ausbauphase

    Phase C: Die Inbetriebnahme des kulturellen Betriebs

    Phase C: Wie früher :)

    Die Ateliergemeinschaft ist wieder zu einem handlungs- und leistungsfähigem Konglomerat herangewachsen und kann sich voll und ganz auf den künstlerischen und kulturellen Betrieb konzentrieren. Die Anzahl angesiedelter Ateliers ist deutlich gestiegen. Es können wieder Theater und Zirkusveranstaltungen stattfindent, Workshop- und Gemeinschaftsprojekte werden abgehalten, Lesungen, Performance, Konzerte, Filmvorführungen und Seminare können stattfinden. In dieser Phase sehen wir uns im Stande eine deutlich größere Fläche zu bespielen und nutzen.

    Plädoyer + Konzept als .pdf herunterladen: Link

    Beispiele von Containerarchitektur
    Container1

    Container2
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/af/Container_City2.jpg

    Quelle:

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    Eine Antwort zu “Konzept: Kultur im Container-Format

    1. Pingback: Aktuelle Informationen zur Situation der Ateliergemeinschaft „Bauzug 3YG“ / Waggons am Nordbahnhof « second take

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